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Berufsfelder erkunden

Dieses Standardelement liefert den Jugendlichen Impulse, realistische Vorstellungen über die Berufswelt und die eigenen Fähigkeiten und Interessen zu entwickeln. Dies gilt auch für akademische Berufsfelder. 

  • Berufsfelderkundungen und Betriebspraktika:

Der erste praxisnahe Einblick in mehrere berufliche Arbeitsabläufe dient dazu, eine reflektierte, an den individuellen Fähigkeiten und Neigungen der Schülerinnen und Schüler ausgerichtete Auswahl eines Betriebspraktikums zu fördern.

Die Berufsfelderkundungen finden vorrangig in Betrieben statt. Sie ermöglichen praktische Einblicke in die berufliche Arbeitswelt in mindestens drei Berufsfeldern.

  • Betriebserkundungen und Berufsfelderkundungen:

Berufsfelderkundungen unterscheiden sich von Betriebserkundungen bzw. Betriebsführungen, bei denen Jugendliche vorrangig als "Zuschauerinnen und Zuschauer" informiert werden. Bei Berufsfelderkundungen sind Jugendliche aktiv beteiligt und können über praktische Übungen und Ausprobieren sowie Beobachtungen und Gespräche Erfahrungen sammeln.

  • Einbindung in Unterricht:

Jugendliche lernen berufliche Tätigkeiten exemplarisch in mehreren (mind. drei) Berufsfeldern praxisnah kennen. Sie stellen Anwendungsbezüge zwischen dem Unterricht und den Aufgabenbeispielen aus der Arbeitswelt her. Fachlehrerinnen und Fachlehrer binden hierzu die Erfahrungen der Berufsfelderkundungen sinnvoll zur Kompetenzerweiterung in ihre Lehr-Lernarrangements ein (Sach- und Urteilskompetenz). Mit Bezug zum Ergebnis der Potenzialanalyse reflektieren die Schülerinnen und Schüler ausgewählte Fähigkeiten durch reale betriebliche Erfahrungen, auch als Gegenerfahrung zu traditionell als geschlechtertypisch angesehenen Berufsfeldern (Entscheidungs- und Handlungskompetenz).

Download des Themenheftes: Berufsfelderkundung. Schülerinnen und Schüler erleben Praxis – zur beruflichen Orientierung.

Warum „Berufsfelder erkunden“?

Bei einer Berufsfelderkundung erforschen die Jugendlichen aktiv berufliche Tätigkeiten und erstellen ggf. kleine Arbeitsproben. Sie erhalten im jeweiligen Berufsfeld einen ersten Eindruck von den Ausbildungs- und Arbeitsanforderungen zu gewinnen, sowie Hinweise auf spätere Ausbildungs-, Studier- und Beschäftigungsmöglichkeiten zu erhalten. Dabei lernen sie Arbeitsabläufe sowie verschiedene berufliche Tätigkeiten praxisnah, vorrangig in Betrieben, kennen. Darunter fallen auch öffentliche Arbeitgeber (z. B. Behörden, Hochschulen, Institute), freie Berufe (z. B. Arztpraxen, Ingenieurbüros) sowie Krankenhäuser, Bildungsanbieter etc. Diese systematische Form der Berufsfelderkundung unterscheidet sich erheblich von einer Betriebsbesichtigung, in der Jugendliche über ein Unternehmen informiert werden, d.h. vorwiegend „zuschauen“.

Wo kann eine Berufsfelderkundung stattfinden?

Berufsfelderkundungen finden vorrangig in Betrieben statt.
Insbesondere bei Jugendlichen, die ein eher pädagogisch angeleitetes Angebot benötigen, können alternativ Angebote von Trägern (Bildungseinrichtungen, Werkstätten etc.) genutzt werden. Denkbar sind auch (zusätzliche) Angebote in Kooperation von Betrieben und Trägern, Kammern oder Verbänden.

Welche Berufsfelder stehen zur Auswahl?

Der Leitgedanke ist, dass das Angebot der Berufsfelder möglichst der regionalen Wirtschaftsstruktur entsprechen sollte. Im Hinblick auf die Vielzahl der (akademischen und nichtakademischen) Berufe gibt es verschiedene Ansätze und Ergebnisse einer systematischen Gruppierung im Bereich der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.
Die Bundesagentur für Arbeit bietet im Internet und in den Berufsinformationszentren dazu Übersichten zu Berufsfeldern sowie umfangreiche Informationen zu den jeweils zugeordneten Berufen an.

Wer nimmt an Berufsfelderkundungen teil?

Jeder Jugendliche in allen allgemeinbildenden Schulen muss mindestens drei Berufsfelder exemplarisch in der Regel in Jahrgangsstufe 8 erkunden, jedoch vor dem schulischen Betriebspraktikum, spätestens bis Ende der Jahrgangsstufe 9.

Was können die Schülerinnen und Schüler bei der Berufsfelderkundung beobachten und erfragen?

Folgende Aspekte sind vor allem bedeutsam:

  • Welche praktischen und fachlichen Tätigkeiten und Kompetenzen sind zu sehen?
    z.B.: Sprachbeherrschung, rechnerisches Denken, räumliches Vorstellungsvermögen
  • Welche Arbeitshaltungen sind zu beobachten? – z.B.: Konzentration, Bearbeitungs-geschwindigkeit
  • Welche soziale Kompetenz zeigt sich? – z.B.: kommunikativer Anteil an Lösungsschritten, Zusammenarbeit mit anderen
  • Welche personale Kompetenz fällt auf? – z.B. Motivation, Leistungsbereitschaft, Geduld

Wie ist die Berufsfelderkundung konzeptionell in Schule eingebettet?

Die Berufsfelderkundung knüpft an die Erkenntnisse aus der Potenzialanalyse an und hilft, eine begründete Entscheidung für ein Berufsfeld im Schülerbetriebspraktikum zu treffen.
Ebenso soll der Fachunterricht die in der Berufsfelderkundung hergestellten Anwendungsbezüge aufgreifen und weiterführen. Dazu sollten Schule und Träger bzw. Betriebe Anknüpfungspunkte zwischen den praktischen Aufgaben und den Inhalten des Fachunterrichts definieren. 

Was müssen Betriebe leisten?

Für Berufsfelderkundungen in Betrieben gilt Folgendes:
Die Schülerinnen und Schüler beobachten und stellen Fragen, die im Unterricht vorbereitet worden sind. Der Betrieb ermöglicht den Jugendlichen den Einblick in berufliche Tätigkeiten, die für das jeweilige Berufsfeld typisch sind (z. B. durch Gespräche mit Auszubildenden und Ausbildern, „praktische Übungen“, kleine Arbeitsproben, den Besuch von einzelnen Arbeitsplätzen und die Erläuterung der dortigen Tätigkeiten).

Was müssen Träger leisten?
Das Angebot in Werkstätten der überbetrieblichen und vergleichbaren Berufsbildungsstätten, z. B. auch in Kooperation mehrerer Träger, soll betriebliche Angebote ergänzen, um insbesondere Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf, die ggf. einer entwicklungsbedingt erhöhten Betreuung bei der Berufsfelderkundung bedürfen, ein passendes Angebot zu machen.

Wer unterstützt die Schule bei der Auswahl der Partner und der Durchführung der Berufsfelderkundung?

Die Kommunale Koordinierungsstelle sorgt für einen regelmäßigen Austausch mit den Akteuren, setzt aus der Kenntnis der vielfältigen Möglichkeiten Impulse und unterstützt eine auf Nachhaltigkeit angelegte Zusammenarbeit zwischen Schulen, Arbeitsagentur, Hochschulen, Kammern, Wirtschaftsunternehmen, kommunalen Einrichtungen und Trägern.

Konkretisierung

Hinweise zur Umsetzung

Praxishilfen

 

  • Flyer der Wirtschaftsorganisationen

 

 

 

  • Beispiel für eine kommunale Online-Plattform 


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